Event AI, Algorithms, & Data Mein Chef, die Maschine? - Wie wir die Kontrolle über unsere Arbeit zurückgewinnen 16.09.2026 Am 16. September organisierte FES Future of Work in Krefeld eine Abendveranstaltung zu den Auswirkungen von KI am Arbeitsplatz. Image: Creator: picture alliance / Westend61 | Gary Waters Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt bereits heute spürbar. Welche Chancen sich daraus für Beschäftigte ergeben, welche Unsicherheiten mit dem Einsatz von KI verbunden sind und wie arbeitende Menschen die technologische Entwicklung mitgestalten können, stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Mein Chef, die Maschine? Wie wir die Kontrolle über unsere Arbeit zurückgewinnen“ in Krefeld. Die Abend- und Diskussionsveranstaltung wurde vom Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundestagsabgeordneten Jan Dieren durchgeführt. Gemeinsam mit Beschäftigten, Betriebsrätinnen und Betriebsräten sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus Krefeld und der Region wurde diskutiert, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Sinne der arbeitenden Menschen gestaltet werden kann. Technologischer Wandel ist nicht neu Krefeld bot für diese Diskussion einen passenden historischen Bezugspunkt. Als bedeutender Standort der Samt- und Seidenindustrie hat die Stadt bereits früh tiefgreifende technologische Veränderungen erlebt. Mit dem Einzug des mechanischen Webstuhls konnten Maschinen Tätigkeiten übernehmen, für die zuvor menschliche Arbeitskraft erforderlich war. Dies führte zu Produktivitätsfortschritten, veränderte zugleich aber Arbeitsabläufe, Tätigkeitsprofile und ganze Berufsbilder. Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz stellen sich heute erneut grundlegende Fragen: Was bedeutet die neue Technologie für den eigenen Arbeitsplatz und die konkrete Tätigkeit? Wer entscheidet darüber, wie KI im Betrieb eingesetzt wird? Wer profitiert von den entstehenden Produktivitätsgewinnen? Und wie kann sichergestellt werden, dass Beschäftigte die Veränderungen mitgestalten können? Drei Perspektiven auf KI und Arbeit Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten Jessica Wulf (Karlsruher Instotut für Technologie), Niklas Hoves (TBS NRW) und Justin Nogarede (FES Future of Work) wurden diese Fragen an drei Rundtischen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert: Aus der Praxis: Wie können Betriebsräte und Gewerkschaften den Einsatz von KI im Sinne der Beschäftigten gestalten? Aus dem Alltag: Was bedeutet KI für den eigenen Arbeitsplatz und die Gestaltung der Arbeit? Aus der Politik: Welche politischen Rahmenbedingungen sind zwischen Regulierung, Mitbestimmung und der Verteilung von Produktivitätsgewinnen erforderlich? In den Gesprächen wurde deutlich, dass sich Beschäftigte zunehmend mit den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf ihre Arbeit auseinandersetzen. Gleichzeitig besteht weiterhin große Unsicherheit darüber, welche konkreten Folgen der Einsatz von KI für den eigenen Arbeitsplatz und die eigene Tätigkeit haben wird. Sorgen vor Arbeitsplatzverlust, Fremdbestimmung oder einer weiteren Verdichtung der Arbeit standen dabei ebenso zur Diskussion wie mögliche Chancen durch Entlastung, eine Aufwertung von Tätigkeiten und Produktivitätssteigerungen. Mitbestimmung bei der Gestaltung von KI Ein zentraler Punkt der Diskussion war daher die Frage der Mitbestimmung. Wie die Arbeitswelt von morgen aussieht, wird nicht allein durch die technologischen Möglichkeiten bestimmt. Entscheidend ist, wie KI eingeführt und eingesetzt wird und welche Rahmenbedingungen dafür gelten. Beschäftigte und ihre Interessenvertretungen sollten deshalb frühzeitig in die Einführung und Gestaltung von KI-Systemen einbezogen werden. Betriebsrätinnen und Betriebsräten sowie Gewerkschaften kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Sie können dazu beitragen, klare Leitplanken für den Einsatz von KI zu entwickeln, Transparenz zu schaffen und die Interessen der Beschäftigten zu berücksichtigen. Die Diskussion in Krefeld zeigte damit auch: Die Gestaltung von Künstlicher Intelligenz ist nicht nur eine technische Frage, sondern eine zentrale Frage der zukünftigen Gestaltung von Arbeit. Damit die Chancen der Technologie genutzt werden können, müssen arbeitende Menschen die Veränderungen nachvollziehen und mitgestalten können. Wir danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den beteiligten Expertinnen und Experten für den engagierten Austausch und die vielfältigen Perspektiven. Programm 17:30 – 18:00 Registrierung 18:00 – 18:15 Begrüßung und Einführung ins Thema Oliver Philipp, FES-Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“Jan Dieren, Bundestagsabgeordneter für die Menschen in Moers, Krefeld und Neukirchen-Vluyn 18:15 – 18:30 Vortrag: Was ist KI und wie verändert sie unseren Arbeitsalltag? Keynote: Jessica Wulf, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 18:30 – 19:45 Infotische (2 Runden à 35 Minuten) 1. Aus der Praxis: Wie können Betriebsräte und Gewerkschaften KI im Sinne der Beschäftigten gestalten? Niklas Hoves, Berater, TBS NRWOliver Philipp, Policy Officer, FES-Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“ 2. Aus dem Alltag: Was bedeutet KI für meinen Arbeitsplatz und meine Arbeitsgestaltung? Jessica Wulf, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 3. Aus der Politik: Zwischen Regulierung und Verteilung der Produktivitätsgewinnen – was muss die Politik tun? Blick aus Deutschland: Jan Dieren, Mitglied des Bundestags (SPD)Blick aus Europa: Justin Nogarede, Digitalexperte, FES-Kompetenzzentrum „Zukunft der Arbeit“ 19:45 – 20:15 Offenes Plenum und Austausch ab 20:15 Ausklang und Imbiss Bilder der Veranstaltung (Fotos: Marius Krebber) Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Image: Creator: Marius Krebber Contact Oliver Philipp Policy Officer oliver.philipp(at)fes.de